Bratkartoffeln im Dauerregen |
12. Mai 2003
Da wir schon gefragt wurden, ob wir bereits Baeren begegnet sind, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wir uns zwar in Kanada befinden, die Landschaft hier um uns herum jedoch nichts mit der zu tun hat, die man sich im allgemeinen vorstellt, wenn man an Kanada denkt. Hier sind keine Tannenwaelder so weit das Auge reicht und schneebedecken Berge zu finden. Stattdessen ist das hier so eine Wald- und Wiesen- Gegend, die sich auch sonstwo befinden koennte. Die Landschaft um Quebec und Montreal herum war sogar ausgesprochen fad, was daran liegen mag, dass sie noch vom Winter gezeichnet war. Kann sein, dass es dort im Sommer und vor allen Dingen im Herbst schoener ist. Allerdings aendert das nichts daran, dass die Umgebung der Staedte fuerchterlich zersiedelt ist. Es dauert sehr lange, bis man mal das Gefuehl hat, aus der Stadt richtig raus zu sein. Dementsprechend unwahrscheinlich ist es, einem Baeren zu begegnen. Das Vorzeige-Kanada erwarten wir spaeter im Algonquin-Nationalpark und dann viel weiter westlich in den Rocky Mountains. Aber bis dahin vergeht noch einige Zeit.
Zersiedelt ist es schon hier nicht mehr. Hier sind die Orte klein und die die 1000 Inseln machen die Flusslandschaft zu etwas einzigartigen. Wozu es aber, um es richtig geniessen zu koennen, etwas Sonnenschein braucht. Der ist jedoch im Moment Mangelware, waehrend Regen scheinbar im Sonderangebot ist. Es pisst schon den ganzen Tag. Wir sind kurz nach Kingston gefahren und wer dort unbeschwerte karibische Ausgelassenheit erwartet liegt voellig falsch. Aber bei diesem Wetter hat es jede Stadt schwer.
Also werden wir heute Abend ins Kino gehen. Einen Tag, der besser geeignet waere laesst sich kaum vorstellten. Ansonsten nutzen wir die Zeit, zum ausgiebigen Ausschlafen, stundenlangen Fruehstuecken und Lesen. Und heute Abend machen wir uns etwas ganz besonderes, naemlich Bratkartoffeln mit Ei und Salat. Auf ein so richtig deutsches Essen freuen wir uns nach den ganzen Burgern ganz besonders.