Warum Kyte eine Stelle als Kanadische Premierministerin ablehnen musste |
9. Mai 2003
Bald sind vier Wochen vorbei. Vermutlich packt uns am ersten Tag der fuenften Woche ploetzlich das Heimweh (Mami!!!), unser Zeigefinger faengt an zu leuchten und wir brabbeln nur noch etwas von "Nach Hause telefonieren". Dann werden wir ins Krankenhaus eingeliefert - mit ET-Syndrom.
Heute morgen beim Fruehstueck ging es international zu. Viele Asiaten und ein paar offensichtlich aus einem arabischen Land stammende Leute liessen sich das guenstige Fruehstueck in der Studentencafeteria schmecken.
Nachdem wir unseren Jeep umgeparkt hatten (Wiederum gibt es ausschliesslich gebuehrenpflichtige Parkplaetze.),
machten wir uns wieder auf den Weg zum Parlament-Hill, um dort eine Fuehrung mitzumachen. Leider haben
wir dann eine Fuehrung gerade verpasst und haetten auf eine weitere sehr lange warten muessen. Als
Alternative bot sich aber ein Besuch des Uhrenturms mit sehr schoenem Blick ueber Ottawa und ein Besuch einer
Parlamentsdebatte. Aehnlich wie in London ist der Saal lang und schmal und die Abgeordneten sitzen sich
gegenueber. Wir durften mit etlichen anderen Besuchern auf einer Veranda Platz nehmen, die sich um den ganzen
Saal schwingt. Natuerlich wurden wir beim Eintritt mehrfach gefilzt und mussten (wir Volltrottel!) unser
Taschenmesser abgeben. Bei der Debatte ging es dann munter zu. Es drehte sich um Fischereirechte, soweit
wir verstanden haben. Oft reden alle munter durcheinander und
das auch noch in zwei Sprachen. Dolmetscher sorgen dafuer, dass diejenigen, die nur eine Sprache sprechen,
ueber Kopfhoerer alles mitbekommen, aehnlich wie im Europaeischen Parlament.
Nach einer Weile wurde es Rollie zu bunt. Er sprang auf und skandierte "Leave the fishes to the fishers"
und Kyte stimmte ein "Genau! Und shame on you Mr. Bush!". Sie bekamen stuermischen Applaus und
verliessen Autogramme gebend und Haende schuettelnd die Debatte. Eine Stelle als Premierministerin musste
Kyte jedoch ablehnen, weil sie noch am heutigen Tage aufbrechen muesse.
Wir sind nun im schoenen Brockville gelandet. Das liegt am Ufer des St. Lorenz-Stroms. Ein paar Kilometer weiter westlich fuehrt der in den grossen Lake Ontario, der einer der grossen Seen in diesem Gebiet ist. Dort liegt auch der Nationalpark "Thousand Islands" mit mehr als tausend kleinen Inseln. Morgen wollen wir dort eine Rundfahrt machen. Fuer's Erste ruhen wir uns jedoch von den anstrengenden Stadtbesichtigungen aus und sonnen uns auf der Motel-Terasse mit Blick auf den Fluss, auf dem eben ein riesiges Schiff vorbeipfluegte. Es ist wunderbar warm, die Sonne brennt schon richtig. Die Baeume beginnen jetzt langsam damit, mit uns an den Fruehling zu glauben und ueberall spriessen Knospen. Herz was willst Du mehr?