Greenville - Paris in 4 Stunden |
3. Mai 2003
Als wir heute morgen in Greenville aufwachten und durch die Vorhaenge lugten, sahen wir nur noch blau. Hellblauer Himmel und tiefdunkelblaues Wasser. Auf dem Wasser schwammen die letzten durchsichtigen Eisschollen. Draussen war es entsprechend kalt. Nach der halben Flasche Wein gestern, waren wir beide etwas angegriffen. Sind halt nichts mehr gewohnt. Ganz aehnlich wie in Schottland offenbart sich ganze Schoenheit der Landschaft erst im Sonnenlicht, dann aber richtig.
In einem Rutsch sind wir dann die restlichen 200 Kilometer nach Quebec gefahren. Der Grenzuebertritt war problemlos und dann waren wir in Kanada. Manchmal muss man es vor sich hin sagen, um es zu glauben. "Wir sind in Kanada!". Den ersten Kanadier auf der Strasse hatten wir fast zugewunken. In Quebec haben schnell ein kleines Hotel in "Vieux Quebec" gefunden. So nennt man den Teil der Stadt, der von der alten Stadtmauer umgeben ist. Selbst in dieser guenstigen Lage ist das Hotel erschwinglich. Ausser dem Benzin scheint hier alles Jeep-Mobil jetzt in einem Parkhaus untergebracht und muessen halt wieder dafuer zahlen.
Quebec gefiel uns auf anhieb. Die Stadtmauer umgibt den Tei der Stadtl, der vom Chateau Frontenac beherrscht wir, ein festungsartiges Hotel, dessen markanter Turm mit gruenstichigem Kupferdach das Wahrzeichen der Stadt bildet. Daneben gibt es noch ein paar andere Gebaeude in dem Stil und eine Zitadelle, die ueber dem breiten Lorenz-Strom thront. Hoch ueber dem Ufer zieht sich eine riesige Promenade hin, die Terasse Dufferin, auf der wir uns eine Weile sonnten. Ansonsten koennte man ebenso in Paris gelandet sein. Cafes und Restaurantes ueberall und alles spricht franzoesisch. Auch alle Schilder sind franzoesisch beschriftet. Es ist so verwirrend. Eben waren wir noch in den USA, wo sie noch nicht mal verstehen, wenn man in "Cheeseburger de luxe" das "de luxe" franzoesisch ausspricht, und ploetzlich ist man scheinbar in Frankreich gelandet.
Hier bleiben wir jetzt erstmal drei Tage.