Housekeeping-Terror |
16. April 2003
Geht das denn eigentlich anderen Leuten auch so, wenn sie auf Reisen sind? Immer wenn man gerade mal ausschlafen, einen Mittagsschlaf halten, seine Ruhe haben oder einfach krank daniederliegen will, klopft es an der Hotelzimmertuer und es erschallt der Ruf: "Housekeeping?". Abweisende Karten, die man an den Tuergriff haengen kann, sind meist nicht vorhanden, werden ignoriert oder stattdessen klingelt dann halt irgendwann das Telefon und es schallt einem von dort entgegegen: "Housekeeping?".
Wie oft haben wir uns schon gedacht: Warum koennen die uns nicht einfach in Ruhe lassen? Wie oft haben wir versucht zu ergruenden, wann wir am strategisch guenstigsten fuer eine Weile ausgehen und haben bei unserer Rueckkehr das Zimmer "ungekeept" vorgefunden, nur um 10 Minuten spaeter wieder ein Klopfen an der Tuer zu hoeren? Vergebens. Dabei ist es ja noch gut, wenn geklopft wird. Mit leisem Gruseln stelle ich mir immer vor, wie ich nach dem Duschen vollkommen nackert im Zimmer stehe und "das Housekeeping" abrupt zur Tuer hereinschneit.
Housekeeping macht vor keiner Landesgrenze halt, es ist ein globales Phaenomen. Ob Vietnam, USA oder Stuttgart, es tritt in ungeminderter Intensitaet ueberall gleichermassen auf. Vielleicht ist es eine Seuche und wir haben es nur noch nicht bemerkt? Wenn ja, ist es leider schon zu spaet fuer eindaemmende Massnahmen.
Was ist es nur, das es in der Vorstellung einer Housekeeperin/eines Housekeepers absolut unvorstellbar macht, dass man sein Zimmer nicht den ganzen Tag verlaesst und sehr gut einmal darauf verzichten kann, die Handtuecher fein saeuberlich gefaltet und die Tagesdecke, die man sowieso gleich wieder herunterreisst, auf den Bett vorzufinden? Apropos Tagesdecke, das waere auch so ein Kapitel. Ist schon einmal jemand aufgefallen, dass die auch fast ueberall gleich aussehen? Noch so eine internationale Verschwoerung gegen den guten Geschmack.
Ich muss ja zugeben, dass ich ein gebranntes Kind bin. Schon in Stuttgart im heiligen Kolpinghaus musste ich mich gegen uebereifrige Housekeeper zur Wehr setzen, wenn ich mal die ersten Unterrichtsstunden schwaenzen wollte. Das hinterlaesst, wie man sieht, doch tiefere Spuren als man denkt.