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Sommer in Boston

15. April 2003

Heute durfte ich auch mal raus! Zwar mussten wir uns wegen mir noch im Schneckentempo bewegen, aber selbst in diesem Tempo kann man locker den Innenstadtbereich von Boston erlaufen. Und ja tatsaechlich, es gibt hier einen Innenstadtbereich, etwas das nicht viele amerikanischen Staedte vorzuweisen haben. 

Es mag am Wetter gelegen haben, aber ich glaube auch bei Regen haette und Boston sofort gefallen. Ueberall alte Gebaeude und ganze Strassenzuege mit verwinkelten Fassaden aus rotem Ziegelstein, natuerlich auch Hochhaeuser, aber die sind irgendwie auch viel interessanter wie zu Hause. Ok, die ein oder andere Bausuende ist dazwischen, aber im Grossen und Ganzen faellt das nicht zu sehr ins Gewicht. Es gibt viele nette Plaetze, an denen sich die Bostoner Bueroangestellten in ihrer Mittagspause tummeln, alle mit einem Fresspaket bewaffnet, und natuerlich auch schoen angelegte Parks, in denen sich die ueblichen Verrueckten tummeln. Dabei haben wir festgestellt, dass der schwarze Bostoner an sich grosse silberne Kopfhoerer traegt, die ausser den Ohren fast die ganze Gesichtshaelfte bedecken. Vielleicht ist es hier im Winter ja wirklich richtig kalt.

Hatte ich schon erwaehnt, dass wir heute wohl den ersten Sommertag in Boston erwischt haben? Teilweise brannte sie Sonne mit solcher Macht vom Himmel, dass wir Schatten suchten; unglaublich aber wahr. Die Bostonerin packt dann ihr Sommerkleid aus und der Bostoner joggt oben ohne. Da fragt man sich, was die erst im Sommer machen. Wir jedenfalls haben geschwitzt und Kirsten behauptet, sich einen Sonnenbrand geholt zu haben.

Uebrigens habe wir inzwischen so viele Jeep Cherokees gesehen, dass wir uns langsam fragen, welche Autos die Bostoner sonst noch fahren. Bucstaeblich auf Schritt und Tritt begegnen einem so ziemlich alle Jahrgaenge, die es gibt. ich denke, wir haben uns genau das richtige Auto ausgesucht, wir muessen es nur noch finden. Morgen fallen wir beim AAA ein und loechern die mit Fragen, bis sie uns genervt einen Wagen schenken, damit wir endlich abhauen.