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Der Flug

13. April 2003

Jetzt endlich auf dem Weg nach Boston finde ich Zeit, ein paar Zeilen fuer das Reisetagebuches zu tippen. Der Flug nach London war unspektakulaer. Einziges Highlight war ein erstaunlich gutes Sandwich mit Mango-Chutney.

Ein Glueck war, dass sich der Abschied nicht sehr lange hinzog. Die Schlange zur Passkontrolle rueckte so schnell vor, dass wir es gerade schafften, alle mal kurz zu druecken und die ueblichen unsinnigen, aber troestlichen Dinge zu stammeln, die in einer solchen Situation immer gesagt werden muessen. Nach der Passkontrolle verloren wir die weissen Taschentuecher dann rasch aus den Augen und waren ausreichend damit beschaeftigt, Rucksack, Jacke und Diverses am Scanner abzugeben. Auf dem Weg zum Gate wurde dann noch einmal ein Check des Gepaecks durchgefuehrt, diesmal sehr viel strenger. Wie ich schon erwartet hatte, sollte mein Rucksack geoffnet werden. Einen "schmalen Gegenstand" haette der Scanner entdeckt. Kirsten meine, es waere ihre Mundharmonika, die sie vermutlich mitgenommen hat, um mir dann in der Praerie am Lagerfeuer alte Weisen vorzupielen. Aber die war dann schliesslich doch nicht auffindbar und so durften wir nach einem erneuten Scann des Rucksacks alles wieder fein saeuberlich verstauen und von dannen ziehen. Kirsten spielte "Weisst Du wieviel Sternlein stehen" zum Abschied...

Also ich weiss nicht, wie es den Geografie-Cracks unter Euch geht, aber ich bin immer darueber verbluefft, dass man nach London fast genau Richtung Westen fliegt. Irgendwie denkt man doch immer England liegt "da oben". Aber vielleicht habe ich einfach noch nicht lange genug auf die Weltkarte gestarrt, die wir unseren Eltern geschenkt haben. Haetten wir mal lieber selber eine mitgenommen.

Nach vier Stunden Wartezeit ging es dann endlich weiter Richtung Boston. Eben haben wir die bloeden Formulare bekommen, die man bei der Einreise immer ausfuellen muss. Vermutlich denken die, dass man sie lieber jetzt schon austeilt, damit sie alle bis Boston auch ausgefuellt haben. Jetzt wuehle ich erstmal nach einem Kuli und dann werde ich schriftlich bestaetigen, dass ich kein Terrorist bin, auch wenn man das nicht vermutet.

Noch drei Stunden. Langsam koennten wir ankommen. Ich muss wirklich sagen, dass ich selten so gut in einem Flugzeug gegessen habe. nach dem Sandwich auf dem Weg von Frankfurt nach London gab es "Chicken Korma". Man koennte meinen, wir waeren auf dem Weg nach Indien. Im Salat waren feine Lachsstuecke und als Nachtisch gab es eine Mousse au Chocolat, die erstaunlich gut schmeckte. Ein Lob fuer den Koch! British Airways ueberrascht uns. Hier gibt es sogar die kleinen Bildschirme, die jeder vor sich hat und etliche Filmkanaele zur Auswahl. Das kannte ich bisher nur vom Hoerensagen. Videospiele gibt es zwar nicht, aber darauf koennen wir locker verzichten.

Erstaunlicherweise gab es auf dem Formular fuer den Zoll und die Einreise doch keine Frage zu eventuellen terroristischen Plaenen. Vermutlich wird diese Frage dann beim Einreiseverhoer gestellt.Und wenn wir nicht gestehen, geht's direkt nach Guantanamo.