Das "Schwarze Rucksackloch" |
12. April 2003
Dieses Reisetagebuch waere nicht komplett ohne einen physikalischen Beitrag. Also soll hier kurz das
Phaenomen des sogenannten "Schwarzen Rucksacklochs" behandelt werden.
Immer wenn mit Gewalt besonders viel in einen Rucksack gepresst, und damit die Gepaeckmasse
immer weiter komprimiert wird, kann es dazu kommen, dass man eine kritische Grenzdichte ueberschreitet und
spontan ein schwarzes Rucksackloch entsteht.
Das ist ziemlich fatal, denn auch wenn man es schafft, nicht
selbst in dieses Loch gesogen zu werden und es so zum unter dem Namen der "Selbsteinpackung" bekannten
Unfall kommt, hat man doch das Pech, seine Klamotten unter Umstaenden nie wieder zu Gesicht zu bekommen.
Hat eine Socke erst einmal den Ereignishorizont des schwarzen Rucksacklochs ueberschritten, ist sie verloren.
Selbst wenn sie durch einen quantenmechanisch moeglichen aber sehr sehr unwahrscheinlichen Tunneleffekt
wieder aus dem Loch auftauchen sollte, waeren doch ihre Fasern derart zerquetscht, dass man sie nur
noch einer Barbiepuppe anziehen koennte.
Ein Vorteil ist jedoch, dass der Rucksack bei der Entstehung des schwarzen Lochs auf die Groesse eines Stecknadelkopfs
schrumpft. Man kann ihn also locker in die Hosentaschen stecken und so locker als Handgepaeck mitnehmen. Wenn
man auch mit 15 Kilo in der Hosentasche etwas unbeholfen durch die Gegend laufen wird, denn das Gewicht
reduziert sich nicht. Im Gegenteil, durch die Anziehungskraft, die das schwarze Rucksackloch auf andere
Gepaeckstuecke hat, kann es dazu kommen, dass weitere Rucksaecke in das Loch stuerzen und sich dessen
Gewicht weiter erhoeht. Zwar kann es auch ohne schwarzes Rucksackloch dazu kommen, dass man viel
zu viel mitnimmt, wenn aber erst am Zielort im Hotelzimmer statt der gewuenschten Badehose die Kuechenuhr
aus dem Loch heraustunnelt, wird man sich wuenschen, beim Packen etwas besser aufgepasst zu haben.